„Schamanen nennen sich viele. Ich habe gehört, echte Schamanen verlangen kein Geld, sondern arbeiten kostenlos.“

Ich kann es nicht mehr hören! Wer bitte setzt denn solche Gerüchte in die Welt? Wer also Geld dafür nimmt, ist kein echter Schamane???

Viele Behauptungen, dass Schamanen und Heiler schon früher, in den alten Traditionen, umsonst gearbeitet haben, höre ich sehr oft. Doch ich muss Euch enttäuschen, denn auch wenn diese kein Geld erhalten haben, so fand immer ein Energieaustausch statt!!! Je nach Gesellschaftsform wurde das schönste Lamm geschlachtet, die dickste Ziege an den Schamanen abgetreten oder sonstige Arbeiten des Schamanen von der Familie des Kranken übernommen! Dies ist in unserer Gesellschaft wohl kaum möglich und weil ich weder Ziege, Huhn oder Lamm gebracht bekommen möchte, soll ich all die Verwandten meiner Klienten nun bei mir putzen lassen?! Die würden mir zu Recht einen Vogel zeigen!

Siehe dazu auch:

„Die Medicin der Naturvölker. Ethnologische Beiträge zur Urgeschichte der Medicin“ von Max (Maximilian) Bartels von 1893.

Das Buch stammt aus der Sammlung der Harvard University und wird wohl dem wissenschaftlichen Anspruch genügen.

Die Urheberrechte sind abgelaufen und ist mit vollständigen Text im Internet zu finden:
http://www.archive.org/stream/diemedicinderna01bartgoog/diemedicinderna01bartgoog_djvu.txt

Auszug:

S.56 ff: „28. Aerztliche Honorare.
Es wird gewiss nicht ohne Interesse sein, auch über die Honorarverhältnisse dieser wilden Kollegen, sowie über ihre Vermögenslage einiges in Erfahrung zu bringen. Wir haben bei den Australnegern in Victoria bereits gesehen, dass die Medicin-Männer sich nicht bei den Arbeiten ihres Stammes beteiligen. Sie benutzen vielmehr in geschickter Weise die abergläubische Furcht ihrer Stammesgenossen und lassen sich durch deren Gaben und Geschenke erhalten. Das kann man aber eigentlich nicht auffassen als ein ärztliches Honorar. Ein solches müsste doch immerhin für direkte, ärztliche Hilfsleistungen gegeben worden sein. Solche unregelmäßige Gaben müssen wir aber allerdings ebenfalls dem Einkommen der Medicin-Männer hinzurechnen. Die australischen Aerzte erhalten übrigens auch noch besondere Geschenke bei der Behandlung von Krankheiten. Bei der Honorarfrage treffen wir vielfach den Grundsatz, dass überhaupt nur dann bezahlt wird, wenn die ärztliche Behandlung von Erfolg gekrönt war. Das ist z. B. der Fall bei den Zulu, bei den Annamiten, bei den Koniagas in Nordwest-Amerika und bei den Creek-Indianern. Auf den Aaru-Inseln und in Alaska muss ein vorausbezahlter Preis wieder zurück gezahlt werden, wenn der Kranke nicht am Leben bleibt.

Bei den Isthmus-Indianern richtet sich der Preis der Behandlung je nach der Schwere des Krankheitsfalles. Die alten Mayas brachten ihren Aerzten bereits Geschenke, wenn sie sie zum Kranken riefen. Auch bei den Creek-Indianern sind Geschenke gebräuchlich, und wenn der Arzt die Behandlung fortsetzen soll, so müssen dieselben täglich wiederholt werden. Als ganz besonders erwünschte Gabe wird hier ein Hund als Opfertier betrachtet Außerdem erhält er aber als Honorar eine reichliche Gabe an Häuten und Vieh. Die Dacota-Indianer pflegen ihren Arzt freigebig vorauszubezahlen. Die Medicin-Männer der Natal-Kaffern haben den Gebrauch, wohl gewitzigt dadurch, dass es Sitte ist, nur zu bezahlen, wenn der Kranke geheilt wurde, sich eine Summe von zehn Schilling im Voraus geben zu lassen unter dem Verwände, dass sie hierfür Medicin kaufen müssten. Für die vollendete Kur erhalten sie ausserdem noch einen Ochsen. Auch bei den Aerzten der Perser wird gegen die Empfangnahme des Rezeptes sogleich das ärztliche Honorar entrichtet.

In Liberia ist die Hilfe des Arztes billig, aber es müssen allerlei Opfergaben gegeben werden, welche teils vergraben, teils im Flusse versenkt werden müssen; einen Teil derselben aber muss der Patient dem Arzte übergeben, damit sie „verkauft“ würden. Diese behält der Arzt dann für sich. Reis und ein weißes Huhn spielen dabei eine große Rolle. Billig ist auch der malayische Arzt in Sumatra, der für wenige Scheidemünze seine Kunst zum Besten gibt. Etwas teurer wird schon die Sache auf der Insel Keisar, wo dem Medicin-Manne die Hälfte des Opfertieres zukommt. Gewöhnlich ist ein Schaf für- das Opfer ausersehen. Bei den Betschuanen und bei den Xosa-Kaffern wird von dem Arzte bald eine Ziege, bald ein oder mehrere Ochsen als Opfertier gefordert, an denen er natürlicher Weise einen hervorragenden Anteil hat. Holub sagt von den Betschuanen, dass der Medicin-Mann fleißig schweißtreibende Mittel verordnet. Er weist dabei den Kranken an, „sich in seinen besten Kaross (Fellmantel) oder in eine gekaufte Wolldecke zu hüllen; und nachdem das Mittel seine Schuldigkeit getan hat, erscheint der Doktor, um den Kaross oder die Decke mit dem Schweiße, dem transpirierten Krankheitsstoff „einzugraben“, d. h. sie in Besitz zu nehmen, während der Kranke froh ist, den Grund seines Übels aus dem Hause entfernt zu wissen. Der Patient würde es nie wagen, dieselbe zurückzufordern, sollte er auch nach seiner Genesung die Frau Doktorin mit seinem Schakalmantel in den Strassen des Dorfes herumstolzieren sehen.

Der Baksa der Kirgisen erhält als Lohn die besten Stücke vom Opfermahle und das Fell des geschlachteten Tieres. Reiche Leute geben aber noch Extra Geschenke, ein lebendes Schaf oder einen neuen Rock.

In Annam wird das ärztliche Honorar vorher ausbedungen. Die Cur ist nicht unter 20 Piaster, und reiche Leute pflegen noch viel mehr zu bezahlen und den Arzt außerdem noch mit Kleidern zu beschenken. Zu den für die Heilung notwendigen Opferzeremonien sind bestimmte Tücher erforderlich, welche dem Medicin-Manne und seinem Gehilfen verbleiben. Für den Ersteren sind sie rot, für den Letzteren weiß. Sie dürfen zu irgend welchen häuslichen Zwecken benutzt werden, aber Hosen darf sich der Arzt nicht daraus fertigen lassen: das wäre eine Unehrerbietung gegen die Geister.

Über die Honorare der Aerzte in Siam berichtet Bastian nach einem siamesischen Manuskript: „Nach ärztlicher Taxe muss der aus einer Krankheit genesene Patient den Reis der Satisfaktion gehen, und an Geld für die Kosten der Arzeneien zwei Bath (Tikal) zahlen, sowie sechs Salüng zur „Sühne“. Außerdem wird eine Schüssel mit Konfekt und ein Schweinskopf zugefügt.

Die Aerzte des Königs erhalten je nach ihrem Range einmal im Jahre das Gehalt in Kauris zugemessen und zwar der Vornehmste fünf Pfund (400 Tikal), die Nächsten drei Pfund „und so im Verhältnis abwärts bis zu fünf Tamlüng (20 Tikal).

Über die älteren Zeiteu in Japan erhalten wir durch Wernich folgenden Bericht: „Gesetzlich war der Arzt ganz rechtlos; er durfte kein Honorar fordern, sondern er war ganz auf die Großmut der Kranken angewiesen, die ihr „Geschenk“, wie es noch bis in die Jetztzeit heißt, willkürlich bemessen durften. Der 32. Abschnitt aus den hundert Gesetzen des Iye-Yasu, des Gründers der letzten Siogun-Dynastie, spricht sich darüber aus, wie folgt: ,,Weil die Menschen dieser Welt nicht von Krankheiten frei sein können, haben die Weisen des Altertums voll Mitleid die Heilkunde geschaffen. Wenn deren Jünger nun auch die Krankheiten geschickt heilen und Erfolge haben, so dürft ihr ihnen doch keine großen Einkünfte verleihen, denn sie würden im Besitze derselben notwendiger Weise ihren Beruf vernachlässigen. Ihr sollt ihnen aber, so oft sie eine Cur gemacht haben, eine der Größe ihres Erfolges entsprechende Belohnung geben.

,,Das dürftige Honorar ist etwa das zwei- bis vierfache des Medikamentenpreises, der dem Arzte ebenfalls erstattet wurde; für Beides aber hatte er sich höflich zu bedanken. Es galt für unanständig, das Geschenk zu unterlassen, doch existierte kein Rechtstitel, der dem Arzte beim Eintreiben seiner Forderung behilflich gewesen wäre. Konsultierte der Kranke den Arzt in dessen Hause, so hatte er ihm überhaupt nur die Medicin zu bezahlen.“

Bei den Ganguella-Negern wird die Kur als kostspielig bezeichnet. Teuer ist die ärztliche Behandlung auch bei den Negern von der Loango-Küste. Hier muss der Medicin-Mann erst untersuchen, welcher in den Fetisch eingeschlagene Nagel die betreffende Krankheit verursacht hat. Das kostet Geld. Diesen Nagel muss er dann herausziehen und dem Fetisch die Wunde heilen. Das kostet abermals Geld. Dann erst kann er daran denken, nun auch den Patienten wiederherzustellen; und hierfür muss natürlicher Weise nun wiederum eine Zahlung geleistet werden.

Auf den Aaru- Inseln erklärt bisweilen der Arzt, dass die Krankheit darin ihre Ursache habe, dass die Vorfahren des Erkrankten den Vorfahren eines bestimmten anderen Arztes etwas schuldig geblieben sind. Dies Schuld lässt sich dann der jetzt behandelnde Arzt von dem Kranken dreifach oder vierfach bezahlen.

Ganz besonders teuer scheinen die Aerzte der Indianer zu sein. Bei den Central-Californiern und den Winnebagos wird von den erpressendsten Forderungen gesprochen. Ein Nord-Californier forderte ein Pferd als Honorar, und die Dacota-Indianer geben oft ein Pferd für eine ganz kleine Hilfsleistung und sind bereit, alles was sie besitzen und was sie auf Kredit bekommen können, hinzugeben, damit der Arzt sie behandele. Ein Arzt der Navajó in Arizona erhielt für eine neun Tage währende große Heilzeremonie ein sehr reichliches Geschenk an Pferden und außerdem für sich und alle seine Gehilfen für die ganze Zeit Nahrung in Hülle und Fülle, bestehend aus Suppe, Maisbrei, Getreidekuchen und Hammelbraten. Dem Arzte während der Zeit der Behandlung auch das Essen zu liefern ist übrigens auch bei den Sioux-Indianern und bei den Niassern der Gebrauch. Die Letzteren müssen außerdem noch viele Hühner und Schweine opfern und dadurch werden in Nias die Krankheiten so kostspielig, dass man nicht selten Leute trifft, welche ihr ganzes Vermögen erschöpft haben oder sogar in Sklaverei geraten sind, um die Schulden zu bezahlen, in welche sie sich gestürzt hatten, um sich die Hilfe der Medicin-Männer zu verschaflfen.

Bei den Zulu reisen geschickte Aerzte von Ort zu Ort durch das Land und bleiben häufig durch Monate, oder selbst Jahre lang unterwegs. Als reiche Leute, im Besitze großer Viehherden pflegen sie dann nach Hause zurückzukehren.

Die ärztlichen Visiten sind bei diesen Völkern aber auch von besonders langer Dauer, so z. B. in Sumatra. Die Winnebago-Aerzte widmen sich ihrem Patienten Tag und Nacht, und die Aerzte der alten Maya verließen ihren Kranken erst, wenn er geheilt oder gestorben war. Bei den Medicin-Männern der Indianer dauern die ärztlichen Zeremonien häufig Tage lang, und an jedem dieser einzelnen Tage ist der Medicin-Mann in angestrengtester Tätigkeit. Ähnliches ist auch von den Australiern, sowie von den Kirgisen und von den Süd-Afrikanern zu berichten.

 

Aus http://www.indianerwww.de/indian/schamanen.htm
Indianer Nordamerikas; Priester und Schamanen:
“Ihm waren auch besondere Speisen vorbehalten und wenn ein Indianer ihn und seine Zauberkräfte für eine bestimmte Tätigkeit brauchte, bezahlte man mit Fellen, Nahrungsmitteln, Werkzeugen sowie auch mit Pferden und anderen wertvollen Dingen. Diese Bezahlung hatte aber auch einen weiteren Nutzen, man stieg in einen höheren Rang der Medizingesellschaft, die der Schamane leitete, oder angesehene Familien erhielten vom Geheimnismann – wie der Schamane auch genannt wurde – nach entsprechender Bezahlung (Pferde und andere Kostbarkeiten) einen Mythos, der diesen Familien Glück und Segen bringen sollte. Wenn der Schamane als Medizinmann in Erscheinung trat, zahlte man ihm nur etwas wenn die Behandlung erfolgreich war. Bei Epidemien erhielt der Schamane keine Bezahlung. War die ärztliche Bemühung des Schamanen von keinem Erfolg gekrönt, konnte er bei einigen Stämmen auch bestraft werden. Wurde das Wissen des Schamanen bei Geisterbeschwörungen, als Herausfinder von Schuldigen oder was den Mythos anging zu Hilfe geholt, waren seine Dienste besonders teuer.“

 

Schamaninnen in Japan
Nachrichten aus der Unterwelt
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/0,1518,655626,00.html
“… . Die Frauen arbeiten über zwölf Stunden am Tag, mit wenigen kurzen Pausen. Eine Zahlung von 3000 Yen (etwa 22 Euro) pro Person wird empfohlen; viele schenken Lebensmittel dazu.
„Das ist eine sehr anstrengende Arbeit“, sagt eine Frau in der Schlange verständnisvoll. Andere murren, dass man keine der praktischen kleinen Wartezettel wie im Postamt ziehen kann. Denn Reservierungen nehmen die Itako nicht an. Bei etwa 15 Minuten pro Person dauert das Warten oft den ganzen Tag. … „
Sie bekommt 22 € für etwa 15 Minuten, also 88 € pro Stunde!

 

Aus http://www.face-music.ch/bi_bid/historyoftengerism_de.html
Schamanismus (Tengerismus) in der Mongolei:
“Die Tradition hat sich insofern entwickelt, als dem Schamanen drei Dinge zu überreichen sind:
– Der Schamane ist mit allen Dingen, die er für die Zeremonie benötigt, zu versehen. Dazu gehören Flaschen mit Wodka zur Herstellung von arshaan (Energiewasser) ebenso wie Schmiermaterialien, Reisekosten etc.
– Zweitens erhält er einen khadgas (khadak – einen zeremoniellen Schal), um mit diesem Tuch den Geistern seiner Ausrüstung seine Ehrerbietung auszusprechen.
– Drittens bekommt er ein Geschenk, das der finanziellen Situation der Person angepasst ist. Man merke, die Bezahlung erfolgt, um die Geister zu ehren und nicht den Schamanen selbst.“

Nicht überall werden sie Schamanen genannt. Sie sind Geistheiler, Medizinmänner, Weise Frauen, Zauberkundige, Hexen, Druiden, … doch das was sie tun oder getan haben, ist überall ähnlich. Sie sind ausgebildet und berufen, als Mittler zwischen der spirituellen und der alltäglichen Welt zu dienen. Doch dies müssen sie nicht umsonst tun! Sie müssen, wie jede andere Berufsgruppe auch, ein angemessene Bezahlung für ihre Tätigkeit bekommen. In unserer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts funktioniert dies eben übers Geld.

Keiner kann erwarten, dass wir unser alltägliches Leben mit all unseren Verpflichtungen normal absolvieren und trotzdem noch stundenlang hoch energetisch kostenlos arbeiten! Oder erwarten diese Menschen, dass wir zum „Sozialschmarotzer“ werden, damit wir den ganzen Tag für unsere Klienten zuhause sitzen und kostenlos arbeiten können???

Die Ausgaben eines Selbständigen, der eine seriöse Praxis führt, sind keinesfalls zu unterschätzen:

Nebenstehend sind mal nur die Abgaben aufgeführt. Rechnen wir also auf die 3.500 € mindestens noch 2.500 € drauf für alle abzugsfähigen Kosten wie Praxismiete, Strom, Wasser, Heizung, Werbungskosten, Internet, Telefon/ Handy etc. und Verbrauchsmaterialien von Räuchermitteln bis zum Toilettenpapier. Fortbildungen zum Wohle der Klienten sind da jedoch immer noch nicht berücksichtigt!!!

So und nun rechnet mal aus wie lange man für 6.000 € arbeiten muss – bei einem Stundenlohn von sagen wir mal 50 €… richtig 120 Stunden! Also ganze 3 Wochen des Monats in Vollzeit und davon bleiben dann für den Selbständigen selbst gerade 1.409,31 € –  davon ist ein vernünftiges privates Leben in dieser Welt wohl kaum möglich! Selbst bei der Pflege, die wie jeder weiß nicht gut bezahlt wird, verdient eine Assistentin halbtags bereits ca. 1.000 €. Miete, Strom, Wasser, Lebensmittel, Auto für Hausbesuche etc. wird davon selbst in kostengünstigen Gegenden extrem schwer – Du bist also quasi Vollbeschäftigt und lebst mehr oder weniger auf Hartz 4 Niveau!

Ganz davon abgesehen, dass man natürlich bei einer durchschnittlichen Sitzungszeit von 2 Stunden jeden Monat min. 60 Kliententermine haben muss, jedoch sind mehr als 3 Termine pro Tag energetisch kaum machbar! Also arbeitest du täglich deine 6 Std. für den ganzen Monat und zwar jeden Monat ohne Urlaub! Die restliche Zeit des Tages verbringst du damit die Klienten von dir und deinem Tun zu überzeugen! Werbemaßnahmen planen etc.

Doch Seminare müssen vor- und nachbereitet werden, Räume werden hergerichtet, die Sitzung mit einem Klienten muss ebenfalls vor- und nachbereitet werden, Telefongespräche werden geführt. Ständiges Weiterbilden ist auch bei Schamanen wichtig, wie in anderen Berufen auch. Aber wann ist die Zeit dafür Trancereisen und ähnliches zu schreiben, Sachen zu recherchieren??? Klar am Wochenende und nach Feierabend, denn wer braucht schon ein Privatleben! – Urlaub kenne ich seit Jahren nicht! Schamane zu sein ist schließlich eine Berufung!

Wenn nichts weiter dazwischen kommt, ist alles noch irgendwie eine zeitlang zu schaffen. Doch wehe wenn du mal krank wirst und nicht arbeiten kannst oder wegen einer Pandemie die Klienten ausbleiben, da ist man dann ganz schnell finanziell ruiniert. Eigentlich müsste doch nun jedem klar werden, dass man selbst mit einem Stundensatz von 50 € nur zu Lasten der Qualität arbeiten kann und trotzdem keineswegs kraftvoll über den Monat kommt!

Spätestens jetzt kommt aber von genau diesen Menschen der Einwurf, deine Praxis ist doch im Haus… Jepp, aber dafür muss ich auch eine größere Wohnung/ Haus mieten! Oder dein Mann arbeitet doch auch! Jepp und schon sind wir wieder da wo wir vor Jahrzehnten gestanden haben. Der Mann verdient das Geld und die Frau darf sich zuhause verwirklichen… Nun ich alleine könnte von diesem Geld mal gerade die Miete und noch nicht mal alle Nebenkosten zahlen!

Mein Stundensatz beträgt seit September diesen Jahres nun 75 €, also müsste ich immer noch pro Monat 80 Stunden arbeiten bzw. 40 Sitzungen leisten um 1.409,31 € zu generieren, aber ich habe mich aus vorgenannten Gründen nach 9 Jahren der ausschließlichen Selbständigkeit für eine Kombination von Beruf und Berufung entschieden, was es mir nun ein wenig erleichtert. Allerdings reich werde ich davon trotzdem nicht, weil ich neben meinem Halbtagsjob weniger Klienten annehmen kann! Deshalb kann ich Kollegen sehr gut verstehen, die einen Stundenlohn von 90 – 150 € je nach Standort nehmen und auch ich werde mich über kurz oder lang in diesen Bereich ansiedeln müssen!

Bei z.B. der Schamanenstube kostet eine telefonische Beratung 50,- €, eine Sitzung 240,- €, eine Trancereise 360,- € oder eine Rückführung 480,- € dazu folgende Erklärung: … Manche Angebote bedingen grosser Vorbereitungen, deshalb gibt es sie im Paket. Wir achten an so einem Tag auf Gemütlichkeit und gönnen uns Pausen. Die Dauer einer Sitzung… ist so nicht genau in Stunden bemessbar. Es ist, was ist. Der vereinbarte Preis zählt.

Hier werden die Vorbereitungen mitvergütet, was ein qualitativ hochwertiges Arbeiten gewährleistet! Es mag sich für viele Menschen nach sehr viel Geld anhören, aber Schamanismus sollte ja auch nicht auf die Schnelle mal konsumiert werden, sondern die Hilfe sollte genossen und gewürdigt werden… wir sind eben kein Schnellrestaurant, sondern stellen mit unserem vielseitigen Wissen eher das 5* Restaurant dar! Mit diesen Preisen kann man sich für den Klienten Zeit gönnen, sowie seine Vorbereitungen in Ruhe excellent ausarbeiten.

Denn:

Wohltätigkeit muss man sich leisten können!

Mangel raubt Energie – nur wer in Fülle lebt kann in Fülle geben!

Vielleicht verdirbt Geld den Charakter, aber Geldmangel macht ihn nicht besser!

Für Leistungen nicht zahlen zu wollen, beschämt nicht nur den Betroffenen, sondern die Gesellschaft!

Auch wenn es ein sehr schönes Gefühl und auch eine sehr gute Energie ist, die Dankbarkeit eines Klienten zu spüren, ist das doch zum Leben nicht ausreichend. Einen angemessenen finanziellen Ausgleich zu leisten ist eine Form der Anerkennung und Respekts gegenüber meiner Leistung, Wissen und Zeit, denn die ist für uns Alle begrenzt.

In der Gesellschaft, in der wir hier in Deutschland leben, ist umsonst arbeiten einfach nicht realisierbar und auch nichts was den echten traditionellen Schamanen ausmacht!

Also:

Die spirituelle Welt sorgt für mich – Ja, aber nicht materiell!